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28.10.2020 : 3:10 : +0100

Kirchenkonzert in St. Josef

Musikkapelle Friesenried bringt Freude in trüben Aprilsonntag

Von Klaus D. Treude

 

Friesenried, 15.04.12  -  Zum Kirchenkonzert in St. Josef hatten die Musikerinnen und Musiker der Musikkapelle Friesenried geladen. Viele Besucher ließen sich dieses musikalische Ereignis nicht entgehen.

Ein Kirchenkonzert „weg von Polka und Marsch und hin zum eher Getragenen“, so Vorstand Norbert Hildebrand bei seiner Begrüßung, sei für die Kapelle schon etwas Besonderes. Das nachmittägliche Konzert seiner Musikanten möge bei dem trüben Sonntagswetter etwas Freude schenken. Sein Wunsch sollte sich erfüllen.

Mit ihrem gut einstündigen Programm bewies der Verein erneut seine große musikalische Klasse, ließ die Zuhörer andächtig lauschen und sorgte dem nasskalten Wetter zum Trotz für eine angenehme „innere Aufhellung“. Dirigent Josef Rauch hatte ein sorgfältig abgestimmtes Programm aufgelegt, das sowohl getragene Werke als auch heitere Stücke enthielt. An den Anfang hatte Rauch „Wohin soll ich mich wenden“ aus der Deutschen Messe von Franz Schubert gesetzt, ohne Zweifel ein getragenes Werk. Sehr dynamisch, erhaben und schließlich machtvoll anschwellend dann Alfred Bösendorfers „Musica Gloriosa“. Vom gleichen Komponisten war auch noch das getragene „Panis Angelicus“ zu hören. Mächtige Bässe im Wechsel mit zarten Flöten und Klarinetten bei „Locus iste“, dem so genannten Bruckner-Choral. Getragen das „Ave Maria“ im Arrangement von Hans Hartwig. Alle Liebe dieser Welt schien sich im „Liebeslied“ von Kees Vlak zu vereinen. Eckart Wörz brillierte hier mit seiner Solo-Trompete. Mit ihrer Interpretation des „Gloria Sancti“ von Pawel Stanek ließen die Musiker die ewige Herrlichkeit in all ihrer Pracht erahnen. Aus Staneks „Für die Kinder dieser Welt“ war viel Freude und Geborgenheit herauszuhören wie auch aus Johann Sebastian Bachs „Anna Magdalenas Lied“. Beide Werke interpretierten die Musiker unter Stabführung von Josef Rauch beschwingt und heiter, dann aber zum mächtigen Finale ansteigend. Bevor die Konzertbesucher mit dem Orchester in ein gemeinsames „Großer Gott wir loben Dich“ einstimmen durften, war noch einmal ein Stück des Niederländers Kees Vlak zu hören. Behütet und beschützt sein ist die Botschaft aus seinem „Der Herr ist mit Dir“.

Zum Innehalten und Nachdenken regten einige Kurzgeschichten an, die Irmgard Hiemer zwischen den Musikstücken vortrug. Da war die Rede von einem jungen und einem alten Menschen, die beim gemeinsamen Mittagessen Gott trafen oder vom Wunsch, an das Gute im Menschen zu glauben. Hiemer erinnerte daran, dass Menschen üblicherweise immer viele Wünsche haben, nur Kranke hätten lediglich einen Wunsch. Den nämlich, wieder gesund zu werden. Auch ihre Geschichte vom Maler, der das Leben als Schaukel mit ihren Aufs und Abs darstellte, regte zum Nachdenken an. Und es gab noch mehr Erzählungen. Jene vom Loslassen können zum Beispiel oder jene von der Frage nach dem Sinn des Lebens in der persönlichen Rückschau oder jene von der Pflicht zur Bewahrung statt der Zerstörung des Lebens.

Am Schluss des Konzertes gab es verdienten Applaus für alle Mitwirkenden.